Reiten mit Sporen Ist es Reitkunst oder Tierquälerei?

Sporen

Reiten mit Sporen
Ist es Reitkunst oder Tierquälerei?

Reiten mit oder ohne Sporen ist schon seit langem ein Thema, dass viele Menschen polarisiert. Werden die Sporen bei den einen als Marterwerkzeug angesehen, gehören diese in anderen Ställen zur ganz normalen Standardausrüstung eines jeden Reiters. Was in dem Disput über Sporen beobachtet wurde, ist, dass sich in den meisten Fällen, weder die Gegner noch die, die eigentlich Sporen Befürworter sind, sich eingehende Gedanken darübermachen, was Sporen wirklich bewirken und wie sie geschickt und sinnvoll angewendet werden können.
Viele erfahrene Reiter vertreten die Meinung, dass Sporen von dem Reiter verdient werden muss. Mit anderen Worten, der Reiter muss schon eine ausgezeichnete Reittechnik entwickelt haben, so dass Sporen gezielt eingesetzt werden können, um einen bestimmten Effekt zu erzielen.
Sporen machen Pferde nicht wirklich schneller. Ist es aber im Sinn des Reiters sein Pferd mit Sporen anzutreiben, dann sollte er, für das Wohlbefinden des Pferdes lieber gleich auf Sporen verzichten.

Wie wirken Sporen

Ein erfahrener Reiter wird gerne zugeben, dass die Sporen ein Präzisionsgerät sind, die der Verfeinerung seiner Technik dienen.
Beim Einsatz der Sporen wird ein punktueller Druck auf die Bauchmuskeln ausgeübt was zu einer Anspannung der Muskeln und gleichzeitig zu einer Wölbung des Rückens führt. Wird der Sporn im richtigen Moment eingesetzt, wenn das Hinterbein am Vortreten ist, dann führt diese Kontraktion der Bauchmuskeln zu einem verstärkten Vortreten des jeweiligen Hinterbeins. Dadurch läuft das Pferd mit mehr Schwung aber nicht mit mehr Tempo.
Der Nachteil, der dabei zu bedenken bleibt, Reflexe, wenn sie ständig gereizt werden, ermüden.
Sie können sich selbst davon überzeugen, dass der Einsatz der Sporen ein Pferd nicht automatisch schneller macht. Alles was Sie tun müssen, beobachten Sie ein Pferd, das zum ersten Mal mit Sporen geritten wird. Einige Pferde sind so irritiert, dass Sie stehen bleiben und nichts anderes als einen Buckel machen.

Ein alter Reitspruch: „Die Sporen müssen verdient werden“

Mit anderen Worten, das Einsetzen von Sporen ist nur dann nötig, wenn der Reiter ein aufwölben des Rückens erzielen will.
Dazu ist es wichtig, dass Sie Ihr Pferd und Ihre Technik kennen, denn der Einsatz der Sporen, wie schon ober erwähnt, ist nur dann sinnvoll, wenn er im richtigen Augenblick eingesetzt wird und der Bauchmuskelreflex daher auch im richtigen Moment geschieht.
Diesem Ablauf, der zu dem entscheidenden Moment führt, bedarf es Präzisionsarbeit. Damit ergibt sich automatisch, dass Sporen nichts für Anfänger im Reitsport sind. An Sporen sind erst dann zu denken, wenn der Reiter alle drei Gangarten beherrscht, ausbalanciert im Sattel sitzt und seine Beine ruhig sind. Das sind die Grundvoraussetzungen, die einen guten Reiter ausmachen. Reitsportfreunde sind sich allerdings aber durchaus einig, dass nicht jeder gute Reiter auch Sporen tragen muss.
Werden die Sporen jedoch dazu verwendet, dass sie Schwächen des Reiters entgegenwirken sollen oder es dem Pferd „einmal so richtig zu zeigen“, dann wird schnell eine Grenze überschritten, die blanke Tierquälerei ist.
Der Glaube, dass ein Pferd, dem dauernd die „Sporen gegeben werden“, schneller läuft, kommt daher, dass der Reiter mit den Sporen das Tier tatsächlich malträtieren kann. Daher mag es aussehen, als würde das Pferd schneller laufen (wollen), doch was tatsächlich in dem Pferd vorgeht, es spürt den Schmerz und will dem entkommen. Die Frage an solche Reiter könnte sein: „Wollen Sie ihr Pferd reiten oder mit Ihrem Pferd auf der Flucht sein?“
Die großen, klirrenden Rädchen Sporen, gehören zu dem Mythos der Westernhelden, mit Colt und Hut. Ihnen wurde nachgesagt, ein richtiger Cowboy nimmt seine Sporen niemals ab.
Im klassischen Reiten wird diese Haltung allerdings kritisiert und ist den althergebrachten Reitern ein wahrer Dorn im Auge. Die Regel gilt daher, zuerst die Technik beherrschen und erst dann vielleicht an Sporen denken.

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